Auf der Donau von Ulm nach Straubing

Donnerstag, 14.05. Ulm – Lauingen (35 km)

Die Abfahrtszeit am frühen Morgen des Himmelfahrtstages um 07.30 Uhr war für Trimmfahrtenteilnehmer ungewöhnlich. Gleichwohl waren alle pünktlich, der Hänger am Vorabend schon abfahrbereit beladen und so war kein akademisches Viertel Zeitverzögerung erforderlich. Auch die beiden Kleinbusse waren neuwertig und somit keine Spontanreparatureinsätze notwendig.
Um eine Schleusung einzusparen, wurden die Boote nicht beim Ulmer Ruderclub, sondern ein Stück flussabwärts in Elchingen-Thalfingen eingesetzt. Dort warteten schon zwei Frauen auf uns, eine davon Fritz Baier’s Tochter, die uns nach dem Aufriggern der Boote mit Butterbrezeln versorgte – nach manch dürftigem Frühstück eine Wohltat.


und auch das erste Bier war noch frisch und kühl

Dann ging’s los. Das Wetter war ideal – trocken, leicht bewölkt und keine stechende Sonne. Bei leichter Strömung und fast schon stehendem Wasser vor den Schleusenbereichen ruderten wir gen Osten. Das Donauried mit seinen vielen Seen links und rechts der Donau konnten wir nur als „grüne Pampa“ erahnen; unübersehbarer war da schon das Kraftwerk Gundremmingen. Begleitet wurden wir lediglich von ein paar Radfahrern entlang der Donau sowie von bierseligen Vatertagsausflüglern mit einem selbstgebautes Floß und sogenannten „Biertankstellen“. An der letzten von 5 Schleusen mussten wir die Boote umtragen, weil diese defekt oder abgeschaltet war.


die üblichen Verdächtigen hatten auch schon wieder ihren Stammplatz gefunden

In Lauingen war der schönste Markplatz Schwabens gerade eine Baustelle, lediglich der Schimmelturm beeindruckte durch seine schiere Größe (Wachturm). Die Bootshausmannschaft übernachtete im Lauinger Ruder- und Surfclub.

Freitag, 15.05. Lauingen – Donauwörth (33 km)

Im Voralpenland hatte es wohl kräftig geregnet, denn die Donau hatte etwas Hochwasser. Unsere dadurch erhoffte Beschleunigung der Fahrt wurde jedoch dadurch gebremst, dass alle Schleusen wegen des Überlaufs an den Wehren gesperrt waren. Also überall umtragen! Dieses „Wanderrudern“ wurde noch verschärft, da 5 anstelle 4 im Fahrtenplan angegebenen Schleusen zu meistern waren. Wenn sich die Fahrtenleitung verzählt, braucht sie für den Spott nicht zu sorgen.

   
Hochwasser, na und - der wackre Schwabe forcht sich nit - oben raus und unten wieder rein

Mittag machten wir nach ca. halber Tagesetappe am Rastplatz in Grenheim. Das Wetter war kühl, gelegentlicher Regen traf uns nicht während des Ruderns.

Etappenende war an diesem Tag die ehemals freie Reichsstadt und Garnisonsstadt Donauwörth mit Ihrer Reichsstraße. Das Bootshaus des Kanuclubs Donauwörth und liegt 1,8 km von der Donau entfernt an der Wörnitz, linksseitiger Nebenfluss der Donau. Der Landdienst (Fred und Wolfram) erkundete, ob eine Zufahrt zu diesem idyllisch, unterhalb eines Wehres der Wörnitz gelegenen Bootshaus mit Ruderbooten möglich sei. Die wasserseitige Zufahrt zum Bootshaus war aufgrund des Hochwassers möglich, aber für die Ruderer abenteuerlich, denn dieser Arm der Wörnitz ist ein seichtes und wenig klares Gewässer, von dem die Ruderer annahmen, sie landeten in einem toten Altarm, je näher sie dem Bootshaus kamen. Die Abgeschiedenheit dieses Bootshauses ermutigte den Landdienst F., während der Wartezeit auf dem dortigen Parkplatz die Hose zu wechseln. Doch ausgerechnet als er dort in der Unterhose stand, kamen vier Autos, mit denen Männer ihre Frauen zur Skatrunde ins Bootshaus brachten. Sie rissen zunächst entsetzt ihre Augen auf und drehten dann demonstrativ den Kopf zur Seite.


wir können aber auch anders, sagte sich Fritz und macht mit mittlerweile auch schon über 80 Jahren noch einen sehr guten Eindruck

„Man begegnet sich im Leben immer zweimal“. Diese Redensart wurde für Frank G. spät am Abend beim Absacker in der Vereinsstube des Kanuclubs Donauwörth Realität. Beim Gespräch mit dem 1. Vorstand und zwei Hauswarten des Vereins kamen wir auf unsere Fahrt, unsere Herkunft, die Historie der Stadt Donauwörth und die jüngst abgezogene Bundeswehr. Frank erwähnte beiläufig, dass er hier seinen Wehrdienst ableistete. Der Vorstand fragte Frank nach der Zeit seines Wehrdienstes, was dieser zunächst ausweichend mit „vor langer Zeit“ beantwortete und dann auf 1982 präzisierte. Die Frage nach der Einheit beantwortete Frank mit Fernmeldekompanie 2/220. Dann müsste man sich ja kennen, er wäre zur selben Zeit ebenfalls dort gewesen. Frank fixierte daraufhin sein Gegenüber etwas genauer und stellte fest, dass eine gewisse Ähnlichkeit mit seinem damaligen Spieß Heinrich B. vorliegen könnte.- So war es dann auch. Kurios, was das Leben doch hin und wieder für Überraschungen bereit hält. Da ist man in Gedanken schon halbwegs im Schlafsack versunken und plötzlich trinkt man mit dem ehemaligen Spieß ein kameradschaftliches Bierchen auf Du!

Samstag, 16.05. Donauwörth – Ingolstadt (52 km)

Nach kalter Nacht (Bodenfrost um Bootshaus des Kanuvereins Donauwörth!) gings mit Sonnenschein weiter. Der Wasserstand der Wörnitz vor dem Bootshaus war über Nacht um über einen Meter gestiegen und erreichte die Böschungsoberkante des Zeltplatzes. Dies war günstig für das Einsetzen der Boote – mit Neid betrachtete der Landdienst, dass die Kanuten immer noch leichter einsetzten und früher ablegten als die Ruderer.


Hochwasser bedeutet auch gute Strömung und das Wetter war auch noch perfekt


Die Donaubrücke gleich nach der Wörnitzmündung sorgte für Spannung, denn die Strömung der Donau, in die wir nach der Ausfahrt aus der Wörnitz ruderten, trieb die Boote auf den Brückenpfeiler zu und sorgte für hohe Wellen.

Landschaftlich verließen wir nun das weite Donautal und erstmals begleiteten uns die Ausläufer der fränkischen Alb, die die Fahrt etwas interessanter machten. Unsere Tagesziele erreichten wir in guter Zeit, denn unsere eigenen Kräfte beim Rudern wurde durch die starke Strömung der Donau unterstützt und so errichten wir zeitweise eine Geschwindigkeit von ca. 19 km pro Stunde! Weiter war komfortabel, dass trotz des Hochwassers alle drei Schleusen betriebsbereit waren und die Boote nicht umgetragen werden mussten.

Mittagsrast machten wir beim Donau-Ruderclub Neuburg nach ca. 35 km Fahrt. Das schöne Freigelände des Donau-Ruderclubs Neuburg war voll, denn der Verein feierte die gelungene Aufstockung seines Bootshauses. Dieser relativ große Verein hatte gar keine Ruderboote, denn er war ein reiner Kanuverein! Das Anlegen unserer Boote am Steg dieses Vereines in der Außenkurve der Donau war bei der Strömung schon eine gewisse Herausforderung. Eine größere Attraktion waren dann die Vorführungen jugendlicher Clubmitglieder und ihres Trainers in Kanupolo und Freestyle für die Festgesellschaft.


Da gab es viel zu sehn im Donau-Ruderclubs Neuburg, aber keine Ruderboote des Clubs.
Da war der Vorsitzende ganz froh als wir anlegten, um seinen Gästen auch mal ein Ruderboot zeigen zu können.

Gelegentlich muss mangels komfortablem Steg beim An- und Ablegen noch im seichten Wasser aus dem Boot aus- und eingestiegen werden. Der Grund der Donau ist stellenweise recht schlüpfrig, was trotz vorsichtiger Bewegungen zu gelegentlichen Ausrutschern führt. So hat es heute zunächst unseren Fahrtenleiter Hans-Reinhart erwischt, weiter s. Montag.

Übernachtung im Donau-Ruderclub Ingolstadt.

weiter zu Teil 2

Fotoalbum