Sensationeller Erfolg für den Achter in London

Am Samstag, den 17. März fand auf der Themse in London wieder die weltweit größte Regatta für Ruderachter, das berühmte "Head of the River-Race(HORR)", statt. Über 400 Boote aus aller Herren Länder gingen an den Start. Wie bereits im vergangenen Jahr schickte auch der Ruderverein Esslingen sein Boot ins Rennen. Der 79. Platz aus dem Vorjahr sollte unbedingt getoppt werden. Nach furiosem Rennverlauf landeten die Esslinger am Ende auf einem hervorragenden 36. Platz. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass sich im großen Teilnehmerfeld Nationalteams, Weltmeister und Olympiasieger wiederfinden, kommt diese Platzierung für den RVE einer Sensation gleich. Die Crew mit den beiden Schlagmännern Kai Luptowitsch und Thomas Ortlieb, Micha Bauner, Christian Löffler (Stuttgarter RG), Jens Maschkiwitz und Benjamin Bogenschütz (Stuttgarter RG) im "Maschinenraum", den Bugmännern Gerhard Müller (Stuttgarter RG) und Christopher Tucci sowie Steuerfrau Cornelia Luptowitsch geht mit diesem Erfolg in die Vereinsgeschichte ein. Bestes Ergebnis bislang für den RVE beim Head war ein 72. Platz aus dem Jahre 1972. Schlagmann war damals übrigens Klaus Ortlieb.

Die Strecke verläuft auf der Themse von Mortlake nach Putney und beträgt 6,8 km. Seit 1926 wird dieses Rennen ausgefahren, übrigens auf derselben Strecke wie das "Boat Race" Oxford gegen Cambridge. Mit Näherrücken des Starttermins am Samstagmorgen stieg die Nervosität in der Mannschaft. Die Strecke wurde nochmals durchgesprochen, es gab letzte Instruktionen der Schlagmänner an die Mannschaft. Die Boote starteten in der Reihenfolge der Vorjahresplatzierung mit Startabständen zwischen 5 und 10 Sekunden. Auf Kommando des Boatmarshall erfolgte die Wende und es wurde Kurs auf den Start genommen. Das Tempo im Boot wurde gesteigert, es herrschte volle Konzentration, der Rhythmus wurde gefunden und mit dem Kommando: "Number 79 … GO!" die Startlinie überquert. Wegen des S-förmigen Verlaufs der Strecke und der starken Strömung ist das Boot besonders schwer zu manövrieren. Von Beginn stimmte der Rhythmus und die Schlagzahl. Nach einem guten Kilometer schalte Connys Stimme aus dem Lautsprechern: "Die ersten haben wir gleich!" Doch wie vor dem Rennen ausgemacht, gab es keine Zwischenspurts. Gleichmäßige Schlagzahl, flüssig bleiben und konzentrieren, lautete die Devise. Ab der Hammersmith Bridge herrschte wieder Fußballstadion-Atmosphäre, und es war ein unbeschreibliches Gefühl vor einer solchen Zuschauerkulisse zu rudern.

Auf dem letzten Streckendrittel rudert man nur noch im Unterbewusstsein und die Wahrnehmung beschränkt sich auf die Kommandos der Steuerfrau. Dann schalte es wieder: "Gleich haben wir die nächsten zwei Boote!" Die letzten Kräfte wurden aktiviert. Die letzten Meter ging die Schlagzahl nochmals hoch. Bis zum Ende wurden insgesamt 7 Boote überholt! Alle waren erleichtert und sehr zufrieden mit dem Verlauf des Rennens. Das Rennergebnis wurde später im Internet veröffentlicht, aber da wurde schon im Pub gefeiert. Esslingen: Platz 36 in 18:45,02, dadurch wurde der bisherige beste Esslinger Platz beim Head of the River Race von 1972 halbiert! Damit hatte niemand gerechnet. Hinter dieser Leistung der Crew steht der gesamte Verein, der uns dieses tolle Boot zur Verfügung stellt.


Die Mannschaft v.l.n.r: Kai Luptowitsch und Thomas Ortlieb, Micha Bauner, Steuerfrau Cornelia Luptowitsch, Christian Löffler, Jens Maschkiwitz, Benjamin Bogenschütz, Gerhard Müller und Christopher Tucci

Nebenbei blieb noch Zeit für etwas Sightseeing. Thomas hatte sich überlegt das "London Dungeon" zu besuchen. Mit dabei Heinz Luptowitsch der der mit Film und Foto alles Dokumentierte und den Eltern von Thomas, Renata und Klaus Ortlieb. Mitten im Zentrum von London, direkt unter dem Kopfsteinpflaster des historischen Stadtteils Southwark, befindet sich eine grausige Horrorattraktion. Mehr als 1000 Jahre schaurig-authentischer Geschichte werden dort erzählt von Jack the Ripper über Bloody Mary bis zu der Großen Pest in London! Dann schauten wir uns noch das London Eye sowie den Big Ben und andere Sehenswürdigkeiten an. Nach einem gemeinsamen Abendessen ging es recht früh ins Bett um fit fürs Rennen zu sein!

Christopher Tucci