Deutsche U17-Meisterschaften in Essen
vom 21.- 24. Juni 2012

Die Enttäuschung stand den beiden RVE-Junioren Janika Kölblin und Magnus Gähr nach ihren Finalrennen bei den Deutschen U17-Meisterschaften deutlich ins Gesicht geschrieben. Bei widrigsten Bedingungen auf dem Baldeneysee in Essen reichte es für Magnus Gähr im Doppelvierer zusammen mit seinen 3 Mitstreitern aus Mannheim am Ende im 6-Boote umfassenden Feld nur zum undankbaren 4. Platz. Damit war der Traum von einer Medaille, auf die man nach den guten Platzierungen bei vorangegangenen Regatten durchaus hoffen durfte, geplatzt. Dabei hatte es noch vielversprechend angefangen. Mit guter Zeit im Vorlauf qualifizierte sich das Quartett für den Hoffnungslauf, welcher in einem starken und hartumkämpften Feld gewonnen wurde. Dass man im Finale gegen das favorisierte Boot aus Berlin/Potsdam kaum eine Chance haben würde, war fast klar, dass man aber 2 weiteren Renngemeinschaften aus Sachsen und Brandenburg noch knapp den Vortritt lassen musste, war die große Enttäuschung.


Ungefähr 300 m vor dem Ziel ist immer noch Silber oder Bronze möglich fürdie Rgm. aus Mannheim und
Esslingen mit Til Zeilfelder, Andre Kienle, Maximilian Matthey, Magnus Gähr und Steuerfrau Lea-Sophie Jakob

Janika Kölblin startete im Riemen-Vierer in Renngemeinschaft mit Heidelberg und Ulm. Im Finale lag das Boot bis zur Hälfte des Rennens noch auf Bronzekurs. Doch schlichen sich ab der 1000 m-Marke bei starkem Gegenwind, heftigem Regen und hohem Wellengang mehrere technische Fehler ein, so dass es am Ende nur zu Platz 5 reichte. Sowohl für Janika als auch Magnus war die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften und die damit verbundenen Erfahrungen sicherlich ein Gewinn. Beide können sich nun wieder auf ihren Einer konzentrieren, um sich in dieser Bootsklasse fit zu machen für die Baden-Württembergischen Meisterschaften Ende Juli.


vor dem Ziel läuft der Vierer-ohne wieder rund. Zwischendurch hatten die 4 Damen mit Janika Kölblin auf
Schlag ihre liebe Müh mit Gegenwind und peitschendem Regen, so dass es am Ende nur zu Platz 5 reichte.

Bilder: Rüdiger Kölblin
Text: F. Gähr

Vom 21.06.12-24.06.12 war es wieder Zeit für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften U17/U19/U23 auf dem Baldeneysee in Essen. Nahezu 1.500 Ruderer von 277 Vereinen aus der gesamten Republik nahmen an der diesjährigen Meisterschaft teil.
Nach zahlreichen erfolgreichen Regatten, Kleinbootüberprüfungen und Trainingslagern reisten drei Athleten des Ruderverein Esslingen nach Essen und stellten sich der nationalen Konkurrenz im Kampf um die Medaillen.
Magnus Gähr ging im Junioren-Doppelvierer mit Steuermann in der U17-Altersklasse in Renngemeinschaft mit Mannheim an den Start. Bei der Juniorenregatta in Hamburg vor drei Wochen wurde der 16 jährige mit dem Auswahl-Vierer des Landesruderverbandes Baden-Württemberg Zweiter in der Gesamtwertung. Die Hoffnungen auf Edelmetall waren somit groß!
Im Vorlauf am Donnerstag, bei welchem sich nur der Sieger direkt für das Finale am Sonntag qualifizierte, ging es gleich gegen den bislang ungeschlagenen Titelfavorit aus der Hauptstadt. Die Baden-Württemberg-Auswahl erkämpfte sich den zweiten Platz und musste, um ins Finale einziehen zu können, den Umweg über den Hoffnungslauf am Freitag nehmen. Hier überzeugten die Ruderer um Magnus Gähr mit einem souveränen Sieg - der Startplatz im Finale war gesichert!
Am Finaltag erwartete die Ruderer ein kräftiger Gegenwind und sehr unruhiges Wasser. Die Mannschaft aus Esslingen und Mannheim startete stark auf die 1.500m lange Strecke und so waren es an der 500m Marke 3 Boote innerhalb von 0,4 Sekunden im Kampf um die Plätze zwei bis vier. Lediglich die Favoriten aus Berlin konnten sich bereits zu Beginn des Rennens an die Spitze des 6-Boote Feldes legen. In einem Bord an Bord-Kampf um Bronze mit dem Boot aus Leipzig, Pirna und Laubegast ging es dann auf den letzten Streckenabschnitt. Beide Crews spurteten in einem packenden Rennen nun wieder an die führenden Boote heran! Leider musste sich der Vierer um Magnus Gähr im Ziel mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben. Für die erste Teilnahme an den deutschen Meisterschaften dennoch ein hervorragendes Ergebnis für Magnus Gähr, der im U17-Bereich dennoch zu den Top-Ruderern Deutschlands gehört.


Der Augenblick der totalen Erschöpfung und Enttäuschung. Das Boot mit Magnus (2.v.l.) im Ziel auf Platz 4

Janika Kölblin startete in Renngemeinschaft mit Ulm und Heidelberg im Vierer ohne Steuermann der U17-Juniorinnen. Auch für sie waren es die ersten deutschen Jahrgangsmeisterschaften. In dieser Bootsklasse waren es sechs gemeldete Boote und somit ein Direktfinale, umso höher jedoch war die Qualität des Feldes.
Der kurzfristig zusammengesetzte Vierer um Schlagfrau Janika Kölblin erreichte im letzten Test vor der Meisterschaft einen dritten Platz bei der nationalen Regatta in Hamburg, und nach zahlreichen Trainingswochenenden in Ulm wollten die vier Juniorinnen aus Baden-Württemberg nun ein Wörtchen bei der Vergabe der Medaillen mitsprechen!
Auf der ebenfalls 1.500m langen Strecke gelang dem Vierer um Schlagfrau Janika Kölblin ein sehr schneller Start und so lag das Boot bis zur 1000m Marke auf dem Bronzerang, aber immer noch auf Tuchfühlung mit führenden Booten. Die letzten 500m holen die Ruderer noch mal alles aus sich heraus, alle Boote begannen ihren Endspurt sehr früh. Im Boot der Esslingen, Ulm und Heidelberg Kombination sah man nun die Kräfte schwinden. Unter den begeisterten Zurufen der Eltern, Fans und Betreuer aus Esslingen legten sich die vier Juniorinnen noch mal so richtig in die Riemen! Leider konnte der Vierer die Angriffe der heranspurtenden Boote nicht mehr abwehren und so reichte es im Ziel in diesem hochkarätigen Feld für Platz 5, trotzdem ein sehr achtbares Ergebnis!


Im Leichtgewichts-Doppelzweier bei schwerem Seegang.

Thomas Ortlieb ging im Leichtgewichts-Doppelzweier und Leichtgewichts-Doppelvierer U23 an den Start. Nach der knapp verfehlten Qualifikation für die U23-Nationalmannschaft wollte Thomas Ortlieb nun zumindest eine Medaille bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften holen. Mit seinem Zweierpartner Florian Roller aus Stuttgart ging es im Vorrennen gleich gegen das deutsche Auswahlboot und ein neu formiertes Boot mit zwei Olympiakader-Athleten, welche ebenfalls an der Weltmeisterschaft starten. Um Kräfte zu sparen, ließ man sich im Vorlauf auf keinen Kampf mit dem Deutschlandzweier ein und nahm ebenso den Weg über den Hoffnungslauf. In diesem Rennen fand der schwäbische Zweier überhaupt nicht ins Rennen und qualifizierte sich mit 0,2 Sekunden noch gerade so für das Finale.


Im Finale des Leichtgewichts-Doppelzweiers läuft es überraschend gut.

Ohne große Erwartungen ging der Zweier von Thomas Ortlieb am Samstag an den Start. Beide Ruderer glaubten nach dem verkorksten Hoffnungslauf nicht mehr an eine Medaillenchance, umso erstaunter war die Mannschaft als man nach dem Start mit den beiden Favoriten auf gleicher Höhe lag und die ersten 500m der 2.000m langen Strecke sogar als Zweiter überquerte!
Die nächsten 1.000m entwickelte sich einen Bord an Bord-Kampf um Platz zwei. Auf den letzten 500m spielten die beiden Olympiakaderathleten aus Würzburg und Hamburg all ihre Erfahrung aus und zogen ebenso wie der Deutschlandzweier davon. Dennoch reichte es vollkommen unerwartet zu Bronze!


Thomas Ortlieb mit Partner Florian Roller bei der Siegerehrung im Leichtgewichts-Doppelzweier

Im Vierer ging Thomas im zweiten Vierer des deutschen Ruderverbandes an den Start, welcher bereits über die Saison hinweg die internationalen Regatten bestritten hatte. Favorisiertes Boot war in diesem Rennen der erste DRV-Vierer, der in dieser Besetzung auch für die Weltmeisterschaft nominiert ist. Dieses Boot konnte im Vorfeld bereits zwei Mal geschlagen werden und so erhoffte sich die Crew aus Esslingen, Stuttgart, Hildesheim und Offenbach einen weiteren Triumph über die erste DRV Auswahl.


Im Leichtgewichts-Doppelvierer auf den ersten 500m besteht noch der Anschluss zur Spitze.

Da es bereits das zweite Finalrennen für die Ruderer aus dem zweiten DRV-Boot war, tat sich die Mannschaft schwer, den Anschluss an die beiden favorisierten Boote zu halten und musste bereits nach 500m abreisen lassen. So war es auch im Ziel der erwartete dritte Platz hinter einem weiteren starken Boot, gebildet durch die restlichen für die WM nominierten Ruderer aus dem Einer, Doppelzweier und dem Ersatzmann, sowie DRV Boot 1.


Siegerehrung im Leichtgewichts-Doppelvierer.

So reiste die Delegation des RVE nach dieser Deutschen Meisterschaft mit 2x Bronze, zwei sehr guten Platzierungen in Finalrennen und motiviert für weitere Aufgaben, wieder nach Hause!

Bilder zum 2. Teil: Peter Roller
Text: Thomas Ortlieb

zu den Ergebnissen im einzelnen

Mehr Bilder von Peter Roller werden im Laufe der Woche auf der Mediathek bzw. unter Fotos vom Rudersport der Region Stuttgart veröffentlicht.