Head of the River Race 2011

Wie alles begann: Vor gut einem Jahr haben sich 7 Esslinger und ein Waiblinger Ruderer zusammengefunden, um an der 8er Regatta der „Cannstatter Kanne“ teilzunehmen. Im damals noch geliehenen Boot und mit relativ wenig Training wurde zur Überraschung aller Anwesenden der 2. Platz erzielt. In anschließender Feierlaune wurde das erste Mal mit dem Gedanken gespielt, am Head of the River Race in London teilzunehmen.
Die Begeisterung für das 8er Rudern und der Wunsch nach einem eigenen renntauglichen Boot wurden übermächtig und seit dem Stiftungsfest 2010 lässt sich der heiß ersehnte Esslinger 8er im Bootshaus bewundern.

Gut ein Jahr später, am 01.04.2011, trafen sich die Esslinger Ruderer Philip Tabarelli, Kai Luptowitsch, Jens Maschkiwitz, Thomas Ortlieb und Christopher Tucci sowie Steuerfrau Conny Luptowitsch, verstärkt durch die beiden Stuttgarter Christian Löffler und Gerhard Müller und den Waiblinger Max Hess am Flughafen Stuttgart, um die Reise zum Head of the River Race nach London anzutreten. Die Dokumentation der Expedition übernahm Heinz Luptowitsch. Treuster Fan des Esslinger 8ers, Winfried Kleinstück und seine Frau Erika reisten bereits zwei Tage früher an, um das Team anzufeuern.

Das Head of the River Race ist mit über 400 teilnehmenden Booten die weltgrößte 8er Regatta. Die Strecke verläuft auf der Themse von Mortlake nach Putney und beträgt 6,8km. Seit 1926 wird dieses Rennen ausgefahren, übrigens auf derselben Strecke wie das „ Boat Race“ Oxford gegen Cambridge.
Bereits am Freitag stand ein Probetraining auf dem Plan, um das uns unbekannte Wasser kennen zu lernen. Anders als auf dem Neckar wird das Boot knietief ins Wasser getragen, Stege sind den Londoner Rudervereinen unbekannt.

Samstagmorgen, am Renntag, unternahm die Mannschaft eine kurze Sightseeing Tour mit dem Bus durch Downtown London. Eine richtige Stimmung wollte nicht aufkommen, die Nervosität stieg mit dem näher rücken des Starttermins.

Gegen 15:30, eine halbe Stunde vor dem Hochwasser und dem Start des Head of the River Race ging die Crew auf’s Wasser. Uns bot sich ein überwältigendes Bild als ca. 400 8er sich in der Startreihenfolge einreihten. Die Spannung im Boot war greifbar. In neben uns liegenden Booten Olympiasieger, Weltmeister und Nationalruderer aus aller Welt. Auf Kommando des Boatmarshall erfolgte die Wende und wir nahmen Kurs auf den Start. Das Tempo im Boot wurde gesteigert, es herrschte volle Konzentration, der Rhythmus wurde gefunden und mit dem Kommando: „ Number 34 … GO!“ durchfuhren wir die Startlinie.

Da die Boote in der Reihenfolge der Vorjahresplatzierung starten und die Startabstände zwischen 5 und 10 Sekunden betragen, mussten wir das nach uns startende Boot passieren lassen. Wegen des S-förmigen Verlaufs der Strecke und der starken Strömung ist das Boot besonders schwer zu manövrieren.

Ab der Hammersmith Bridge herrschte Fußballstadion Atmosphäre und es war ein unbeschreibliches Gefühl vor einer solchen Zuschauerkulisse zu rudern. Auf dem letzten Streckendrittel rudert man nur noch im Unterbewusstsein und die Wahrnehmung beschränkt sich auf die Kommandos unserer Steuerfrau, den Anfeuerungsrufen der Zuschauer und den Rücken des Vordermanns.

Lange Zeit lieferten wir uns einen Bord an Bord Kampf mit dem Leichtgewichts 8er der Oxford University, welche letztendlich eine halbe Bootslänge vor uns die Ziellinie durchquerte. Nach kurzer Erholung und endlich wieder ausreichend Sauerstoff im Hirn, stand für uns fest, 2012 sind wir wieder dabei!

Das Rennergebnis wurde drei Stunden später im Internet veröffentlicht, aber da wurde schon im Pub gefeiert. Esslingen: Platz 81 in 18:16,87, ein Ergebnis mit dem alle zufrieden waren.

Hinter dieser Leistung der Crew steht der gesamte Verein, der uns dieses tolle Boot zur Verfügung stellt.

Bericht Thomas Ortlieb