RVE Himmelfahrtstour 2007

Rudersport ist nicht nur wettkampfmäßiges Rennrudern für trainierte Athleten, sondern auch gemächlicheres Freizeitrudern für Jedermann. Neben dem Rudern auf dem Neckar beim Bootshaus gibt es dabei als Höhepunkte Ausfahrten zu fremden Gewässern.

Die traditionelle Himmelfahrtstour der Alten Herren des RVE führte dieses Jahr zu Unstrut und Saale. 9 Ruderer des RVE und drei Ruderer vom befreundeten Ruderklub Ratzeburg trafen sich am 16.05. in Rossleben. Am Himmelfahrtstag stießen weitere 8 Ruderer des RVE dazu, so dass drei Vierer mit Steuermann und ein ungesteuerter Zweier zu Wasser gelassen wurden. Zunächst bei bedecktem Himmel, der Regen befürchten ließ, in den folgenden Tagen aber bei strahlendem Sonnenschein zeigten sich Unstrut und Saale als abwechslungsreiche Flusslandschaft. Zahlreiche Burgen und Schlösser grüßten aus dem Hinterland, die Ufer waren von alten Eichen und Pappeln gesäumt, einige davon in gefährlich erscheinender Schräglage und mit ausgewaschenem Wurzelwerk. Andere Wasserfahrzeuge waren selten, deshalb überall Vogelgezwitscher und Kuckucksrufe, darüber kreisende Raubvögel, im Wasser wenig scheue Biberratten (Nutria), die bis auf zwei Meter herankamen. Die gegenüber früheren Fahrten etwas abgekürzten Etappen ließen Zeit für Besichtigungen. So von Freyburg (Turnvater-Jahn-Denkmal) und der darüber liegenden Neuburg, vom grandiosen 1,8 km langen Gradierwerk im ehemaligen Kurort Bad Dürrenberg, natürlich von Naumburg und seinem Dom mit den berühmten Stifterfiguren, von Merseburg und Bernburg. Der in der Nähe von Nebra gemachte “bedeutendste archäologische Fund des letzten Jahrhunderts“, die 3600 Jahre alte „Himmelsscheibe von Nebra“, war allerdings, da ausgeliehen, nur auf Abbildungen zu sehen.

In den Städten und Dörfern zeugten einerseits sorgfältig restaurierte und renovierte öffentliche und private Gebäude vom Aufschwung, andererseits aber auch leer stehende und halb zerfallene Wohnhäuser und Industrieanlagen von Abwanderung und Arbeitslosigkeit. Besuche der Region mit ihrem landschaftlichen und kulturellen Reichtum sind aber allemal lohnend, preiswerte Unterkünfte und Gastronomie (Tipp: Gasthof zum Yachthafen in Salzmünde) gibt es.

Die nachgereiste Gruppe fuhr schon am Sonntag zurück nach Esslingen, die anderen beendeten die Fahrt nach 212 geruderten km an der Einmündung der Saale in die Elbe. Erst auf der Busrückfahrt begann der zuerst befürchtete Regen.

Ulrich Glaser

Bericht von Wolfram Strehler und weitere Bilder hier anklicken